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Ideal geeignet zur Differenzierung der primären und sekundären membranösen Nephropathie

In einer retrospektiven Studie von Beck et al. wurden ausschließlich bei Patienten mit primärer MN Anti-PLA2R-Autoantikörper nachgewiesen. Alle Patienten mit sekundärer MN waren negativ für Anti-PLA2R-Autoantikörper.1

Abgeänderte Abbildung aus: Beck et al., N Engl J Med 361, 11-21 (2009)
Abgeänderte Abbildung aus: Beck et al., N Engl J Med 361, 11-21 (2009)

Allerdings wurden die Serumproben in dieser Arbeit durchschnittlich neun Monate nach der Nierenbiopsie entnommen. Fünf Patienten mit sekundärer MN hatten zu diesem Zeitpunkt bereits eine immunsupprimierende Therapie erhalten. Daher besteht die Möglichkeit, dass anfänglich vorhandene Anti-PLA2R-Autoantikörper in Patienten mit sekundärer MN bis zur Probenentnahme wieder verschwunden sein könnten.1 Um einen Einfluss des Zeitpunktes der Probenentnahme oder der Therapie auszuschließen, wurde in einer Studie von Gunnarsson et al. analysiert, ob Autoantikörper gegen PLA2R zum Zeitpunkt der Diagnose in Patienten mit sekundärer MN vorzufinden sind. Dafür wurden 25 SLE Patienten mit membranöser Lupusnephritis (MLN) vor Beginn bzw. Intensivierung der immunsuppressiven Therapie serologisch untersucht. Es konnte gezeigt werden, dass selbst zum Zeitpunkt der Biopsie keiner der Patienten Anti-PLA2R-Autoantikörper aufwies, während bei drei Patienten mit primärer MN hohe Antikörpertiter vorzufinden waren.2

Abgeänderte Abbildung aus: Gunnarsson et al., Am J Kidney Dis 59, 582-589 (2012)
Abgeänderte Abbildung aus: Gunnarsson et al., Am J Kidney Dis 59, 582-589 (2012)

Ungeachtet dessen wurden Fälle sekundärer MN beschrieben, in denen Anti-PLA2R-Autoantikörper nachgewiesen werden konnten. Basierend auf mehreren Studien errechneten Ronco und Debiec eine Prävalenz der Autoantikörper von 5-30 % in bestimmten Formen der sekundären MN.3

Abgeänderte Abbildung aus: Ronco & Debiec, Nat Rev Nephr 8, 203-213 (2012)
Abgeänderte Abbildung aus: Ronco & Debiec, Nat Rev Nephr 8, 203-213 (2012)

Trotz allem kann aus diesen Daten ein zufälliges und gleichzeitiges Auftreten einer primären MN mit einer zusätzlichen Erkrankung nicht ausgeschlossen werden. Des Weiteren basieren die Arbeiten im Wesentlichen auf nicht-standardisierten Tests.


Unter Verwendung zweier kommerzieller und standardisierter Testsysteme von EUROIMMUN hingegen ergaben sich folgende Ergebnisse: Weder mit dem Anti-PLA2R IIFT (IgG) (n=17) noch mit dem Anti-PLA2R-ELISA (IgG) (n=27) konnten Anti-PLA2R-Autoantikörper bei Patienten mit sekundärer MN nachgewiesen werden.4,5 Daher können die Autoantikörper als spezifische Marker für die primäre MN angesehen werden und eignen sich sehr gut zur Differenzierung der primären von der sekundären MN.