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Entdeckung und pathogene Rolle bei der
primären membranösen Nephropathie

Über Jahrzehnte war das Zielantigen für Autoantikörper bei Patienten mit primärer (vormals idiopathischer) MN unbekannt. 2009 identifizierte die Arbeitsgruppe um David J. Salant ein 185-kDa Glykoprotein als spezifisches Autoantigen für Antikörper, die in 70 % aller Patienten mit primärer MN nachgewiesen werden konnten. In Patienten mit sekundärer MN wurden keine entsprechenden Autoantikörper gefunden. Das Glykoprotein wurde durch Massenspektrometrie als M-Typ Phospholipase A2 Rezeptor (PLA2R) identifiziert.

Abgeänderte Abbildung aus: Dähnrich et al., Clin Chim Acta 421, 213-218 (2013)
PLA2R wird auf der Oberfläche der Podozyten exprimiert

PLA2R wird auf der Oberfläche der Podozyten exprimiert und bindet lösliche Phospholipase A2. Auch wenn die genauen pathogenen Mechanismen zur Entstehung der primären MN bisher noch ungeklärt sind, wird vermutet, dass sich durch die Bindung der Autoantikörper an PLA2R In-situ-Immunkomplexe im Bereich der glomerulären Basalmembran bilden. Diese lösen möglicherweise eine lokale Komplementaktivierung und eine Überproduktion von Kollagen Typ IV und Laminin aus.2 Durch die Zerstörung des Zytoskeletts könnte es zu einer Schädigung der Podozyten kommen, die in einer gestörten Filterfunktion und den folgenden Symptomen resultiert (nephrotisches Syndrom): ein vermehrter Übertritt von Eiweiß in den Primärharn (Proteinurie), begleitet von Ödemen und einer kompensatorischen Steigerung der Lipoproteinsynthese.3